Stadtteilgeschichte Neu-Olvenstedt Teil 2 (1984 – 1986)

admin 21. September 2011 0
Stadtteilgeschichte Neu-Olvenstedt Teil 2 (1984 – 1986)

Auszüge aus Chronik Neu-Olvenstedt

Stadtteilgeschichte Neu-Olvenstedt

Teil 2 (1984 bis 1986)

Änderungsstand 2018

Autoren Richmann / Gehrmann

Das Jahr 1984

Ereignisse

  • Beginn des Fahrbetriebs der Straßenbahn (Linie 12) vom Olvenstedter Platz nach Neu-Olvenstedt
  • Eröffnung der POS „Anna-Seghers“ mit 450 Schülern (ab 1996 „Gebrüder-Grimm-Schule“), Olvenstedter Scheid
  • Eröffnung der Kindereinrichtung im Bruno-Taut-Ring (heute „Die Brücke Magdeburg“ e.V.), Bruno-Taut-Ring 178
  • Fertigstellung und Bezug von Wohngebäuden und Wohnungen u.a. im zweiten Bauabschnitt im    Fräserhof und in der Marktbreite, Bruno-Taut-Ring 32-35 und 40-48

Geschichtliches über unseren Stadtteil

Zu Beginn des Jahres 1984 zählt Neu-Olvenstedt rund 10000 Einwohner und monatlich werden 120 Wohnungen an die neuen Mieter übergeben.

Jetzt spricht man offiziell davon, dass nach Abschluss der Wohnbebauung im Jahr 1992 45 000 Einwohner in Neu-Olvenstedt ihr Zuhause haben werden.

Acht Wohngemeinschaftseinrichtungen (Wohnclubs) in den Innenhöfen sind im ersten Bauabschnitt fertig gestellt und stehen den Einwohnern zur Verfügung.

Auch die Nutzung der Mehrzwecksäle in den beiden Schulen des ersten Bauabschnitts für Einwohnerversammlungen, Mieterforen und dergleichen ist vorgesehen.

In diesem Jahr sind zwei weitere Schulen (POS), eine Turnhalle, zwei Kitas, eine Verkaufseinrich­tung und ein Ambulatorium (Olvenstedter Scheid) entstanden.

Die 4,1 km lange Straßenbahntrasse verbindet drei Jahre nach Grundsteinlegung ab April Neu-Olvenstedt mit der Innenstadt von Magdeburg. Der allgemeine Fahrbetrieb beginnt am 01.Mai. Die Kosten für dieses Projekt werden mit 20 Mill. Mark der DDR beziffert, hierin sind nicht die Aufwendungen für zusätzliche Straßenbahnzüge enthalten. Die Jungfernfahrt der Straßenbahn ist am 27.April und führt über die komplett neu ge­baute Strecke unabhängig vom Straßenverkehr vom Olvenstedter Platz nach Neu-Olvenstedt und wieder zurück.

Haltestellen sind:

  • Immermannstraße (Olvenstedter Platz)
  • Albert-Vater-Straße
  • Rennetal
  • Drosselsteig
  • Sternbogen (soll erst während der Bauphase des 4.BA eingerichtet werden)
  • Am Stern
  • Am Brunnenstieg
  • Endhaltestelle Olvenstedt

Mit Aufnahme des Fahrbetriebs verkehren die Linie 12 (Olvenstedt nach Südost und zu­rück) und ab Ende des Jahres die Linie 8 (Olvenstedt zum Neustädter See und zurück).

Die Bus-Linie 71 wird verlängert von der Lübecker Straße/ Haldensleber Straße zum Klusweg in Olvenstedt. Damit ist sowohl die Anbindung Alt-Olvenstedts an die Straßen­bahnendstelle „Olvenstedt“ als auch nach Neue Neustadt erreicht.

Stadteinwärts bekommen alle Straßenbahnhaltestellen Überdachungen und Wartehallen.

Fahrradständer sind an der Endstelle, Am Stern und Drosselsteig zu finden.

Die Fertigstellung der Straßenbahntrasse ist ein ganz besonderes Ereignis für die Olvenstedterinnen und Olvenstedter und die Bürger der angrenzenden Wohngebiete, wie Lindenweiler und „Texas“, sowie für alle Auswärtigen der umliegenden Gemeinden, die bisher per Bus über die sich in einem katastro­pha­len Zustand befindliche Olvenstedter Chaussee (F1) nach Magdeburg ihre Arbeits­stelle erreichen mussten.

Für die Bewohner von Neu-Olvenstedt ist vor allem die zentrale Lage der Straßenbahn im Wohngebiet und die Anordnung der Haltestellen von wesentlichem Vorteil. Relativ kurze Wege sind garantiert.

Anzumerken ist, dass der Teil der Olvenstedter Chaussee vom Olvenstedter Platz bis Albert-Vater-Straße nun nicht mehr für den durchgängigen Straßenverkehr genutzt werden kann, d.h. die Olvenstedter Chaussee (F1) bleibt am Olvenstedter Platz für den Kfz-Verkehr gesperrt.

Die Entfernung von der Endstelle in Neu-Olvenstedt bis zur Endstelle in Westerhüsen der Linie 12 ist 16km lang. Laut Fahrplan ist die Fahrzeit 46min. Es kommen Tatra-Züge aus der CSSR zum Einsatz.

Der Einzelfahrpreis beträgt 0,15M, die so genannte 7-Fahrten-Karte 1M der DDR.

Zeitgleich werden Teilabschnitte des Olvenstedter Grasewegs (geplanter Ausbau als Ver­kehrsstraße) mit Fuß- und Radwegen fertig gestellt.

Mit dem Ausbau des „Neuen Rennewegs“ soll ab 1985 begonnen werden. Die Fer­tigstellung dieser wichtigen Verkehrsstraße ist dann wesentliche Voraussetzung dafür, die Olvenstedter Chaussee im Bereich der Straßenbahnhaltestelle „Am Stern“ wie geplant komplett für den Durchgangsverkehr zu sperren, da hier das Zentrum von Olvenstedt als Fußgängerbereich entstehen soll.

Die weitere Bebauung im Bereich des zweiten Bauabschnitts erfolgt von Nordosten in Richtung der Olvenstedter Chaussee.

Im nördlichen Teil des zweiten Bauabschnittes entstehen: Schnitter-, Schäfer-, Hirten- und Imkerhof und im südlichen Teil: Gießer-, Dreher-, Putzer-, Fräser-, Schmiedehof und Formerwinkel

Die Fußgängerzone verändert sich von Parkweg im ersten Bauabschnitt in Brunnenstieg, Brückenweg und Klusweg im zweiten Bauabschnitt und soll später über die Marktbreite zum Hauptzentrum des gesamten Wohngebiets, dem Olvenstedter Markt, führen.

Der Brunnenstieg gibt auch der Straßenbahnhaltestelle zwischen dem ersten und zweiten Bauabschnitt den Namen. Hier befindet sich der einzige Kreuzungspunkt von Fußgän­gern, Straßenbahn und motorisiertem Verkehr des 2,5km langen Fußgängerboulevards vom Parkweg über den Olvenstedter Markt zum Wohngebiet Rennebogen im fünften Bauabschnitt, der erst 1994 fertig gestellt sein wird.

Interessant ist, dass auf dem Gebiet des eben beschriebenen zweiten Bauabschnitts nur zwei Erschließungsstraßen existieren, von denen man motorisiert das nähere Wohngebiet erreichen kann. Die Zufahrten zu den Zwischenhöfen enden in der Regel mit einer Wen­deschleife als Sackgasse. Hier sind auch die Parkplätze zu finden.

Der Bruno-Taut-Ring verläuft parallel zur Straßenbahnführung bis zur Endstelle der Straßenbahn und umschließt das Wohngebiet ringförmig. Die zweite Erschließungsstraße ist die Straße der Völkerfreundschaft (ab 1990 St.-Josef-Straße). Sie war zum Zeitpunkt der Eingemeindung Olvenstedts bereits vorhanden.

Ein weiteres Ereignis in diesem Jahr ist die Errichtung und Einweihung einer Kopie des Denkmals des sowjetischen Dichters Maxim Gorki am Gorkiplan in der Hans-Grade-Straße ganz in der Nähe der Gaststätte „Oka“ als Geschenk der sowjetischen Stadt Gorki (Nishni Nowgorod) an Magdeburg als sichtbarer Ausdruck zum Partner des Bauvorha­bens in der Sowjetunion.

Das bronzene Original, geschaffen vom sowjetischen Bildhauer Iwan Schmagun, steht seit 1973 über 2000 Kilometer östlich von Neu-Olvenstedt auf einer Anhöhe der Stadt Gorki mit Blick auf die Mündung der Oka in die Wolga.

Das Jahr 1985

Ereignisse

Geplant ist, dass die Wohnbebauung im dritten Bauabschnitt zwischen 1985 und 1987 durchgeführt werden soll und der vierte und fünfte Bauabschnitt erst danach in Angriff genommen wird.

  • April Eröffnung der HO-Kaufhalle Bruno-Taut-Ring (heute ProCent-Ein­kaufsmarkt)
  • September Übergabe des Jugendclubs am Magdeburger Hof (ab 2004 Technikhaus-Gündel), Johannes-Göderitz-Straße 98
  • 27.Oktober Eröffnung der Gaststätte „Zur Oka“ für 250 Gäste (2004 – Versteigerung des Objekts), Hans-Grade-Straße 119
  • November Neu-Olvenstedt hat 15000 Einwohner, 5000 Wohnungen sind bezogen
  • Fertigstellung und Bezug von nachfolgenden Wohngebäuden und Woh­nungen u.a. Bruno-Taut-Ring 36-39 und 63-67
  • Ein Abenteuerspielplatz entsteht zwischen Flieder- und Rosenhof

Geschichtliches über unseren Stadtteil

Den dritten Bauabschnitt finden wir zwischen Olvenstedter Scheid, Scharnhorstring, Gneisenauring und Olvenstedter Chaussee. Es wurden zwei Straßen neu benannt. Da diese die Bebauung ringförmig umschließen, wurden die Bezeichnungen Scharnhorstring und Gneisenauring gewählt.

Die Bebauung erfolgt vom östlichen Rand des Bauabschnitts in Richtung Olvenstedter Chaussee. Es sollen hier ca. 1900 Wohnungen für über 5000 Einwohner entstehen.

Interessantes aus dem Jahr 1985 zur besseren zeitlichen Einordnung

-150 Jahre Deutsche Eisenbahnen (16.Nov. – Nürnberg – Fürth)

-Boris Becker wird mit 17 Jahren jüngster Wimbledon-Sieger

 

Das Jahr 1986

Ereignisse

JanuarEinweihung der Kindertagesstätte „Villa Siebenpunkt“ am Parzellenweg 4
11.AprilEröffnung der Schwimmhalle Olvenstedt mit 25-Meter-Schwimmbecken und Sauna
15.AprilEröffnung des Kinderhauses „Am Stern“ in der St.-Josef-Straße 17a
AprilGrundsteinlegung für das Krankenhaus „Olvenstedt“ Birkenallee 34
01.SeptemberEröffnung der POS „Lea-Grundig“ Gneisenauring 34
08.NovemberGrundsteinlegung für die St.-Josef-Kirche
Im Laufedes JahresFertigstellung und Bezug von nachfolgenden Wohngebäuden und Woh­nungen u.a. Bruno-Taut-Ring 59-62 und im dritten Bauabschnitt Scharnhorstring 3-18

Geschichtliches über unseren Stadtteil

Im Sommer hat Neu-Olvenstedt etwa 17000 Einwohner.

Der erste Bauabschnitt ist fast fertig gestellt, der zweite Bauabschnitt noch ohne Markt­platz, der dritte Bauabschnitt im Bau. Im dritten Bauabschnitt ist nach der Planung in unmittelbarer Nähe zur Düppler Mühle eine größere Fläche freigehalten worden. Hier soll ein weiteres Zentrum des Neubaugebiets entstehen, u.a. mit weiträumig gestalteter Marktzone.

In diesem Jahr beginnt das parallele Bauvorhaben in Gorki (geschichtlich bekannter unter dem Namen Nishni Nowgorod) in der Sowjetunion entsprechend Regierungsabkommen von 1975. (zahlreiche Parallelen in Planung und Ausführung wie in Neu-Olvenstedt)

Interessantes aus dem Jahr 1986 zur besseren zeitlichen Einordnung

26.April:                      Atomunglück in Tschernobil

 

Kommentare sind geschlossen.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen