Dem entgegnete SPD-Stadtrat Christian Hausmann, dass der Abriss Teil der Quartiersvereinbarung für Neu-Olvenstedt sei (ein Maßnahmenkatalog, auf den sich Stadt und Anbieter von Wohnraum verständigt haben) und man sich bei der Abstimmung an dieser nach wie vor gültigen Vereinbarung, gehalten habe.

Platte diente als Flüchtlingsunterkunft

An den Blöcken 96-100 und 101-103, die als Unterkunft für Geflüchtete genutzt wurden bzw. werden und teilweise bereits leergezogen sind, entbrannte eine Diskussion über den Sinn der Abrisspläne.

Bewohner Bernd Krause warb noch einmal für den Erhalt der einst beliebten Wohnungen. „Sie bilden im Bereich des Brunnenstiegs ein etabliertes Ensemble und könnten sicherlich zurückgebaut werden. Sie gehören dort zum vorhandenen Verkehrsstrang mit Straßenbahn und Hauptstraße dazu. Dort könnten viele Menschen leben und den öffentlichen Personennahverkehr vor der Haustür nutzen“, so die Argumente des früheren Linken-Stadtrates.

Sanierung oder Rückbau zu teuer

Dieser Wortmeldung hielt Ulrich Schneider von der Wobau entgegen, dass eine Sanierung der Bauten, die aufgrund des Zustands unausweichlich sei, kostenintensiver als der Bau neuer Häuser sei. „Da liegen wir bei über 1000 Euro pro Quadratmeter“, so Schneider. Und: „Bei einem Rückbau (Reduzierung der Etage/ Anmerkung der Redaktion) liegen die Kosten bei etwa 2000 Euro pro Quadratmeter, bei allem, was notwendig ist.“

Der Wobau-Vertreter hielt dagegen, dass bei einem Neubau etwa 2300 Euro pro Quadratmeter zu investieren wären. Sobald die Fördermittel über das Programm „Stadtumbau-Ost“ zur Verfügung stehen, soll der Abriss umgesetzt werden. Man rechne damit innerhalb der nächsten beiden Jahre, so Ulrich Schneider weiter.

Neu-Olvenstedt für Eigenheime beliebt

Wie es mit der dann geschaffenen Freifläche weitergeht, ist offen. Man werde sie einer weiteren Aufgabe zuführen, formulierte es Schneider etwas holprig. Es ist allerdings kein Geheimnis, dass Neu-Olvenstedt für den Bau von Eigenheimen sehr beliebt ist, wie Siedlungen belegen, die in den vergangenen Jahren entstanden sind bzw. noch entstehen werden.

Nur wenige Meter entfernt vom Putzerhof ist laut Bebauungsplan „Nördlicher Bruno-Taut-Ring“ (Nr. 229-3) ein Eigenheimgebiet mit über 30 Häusern geplant. Daher würde es nicht überraschen, wenn auch im Gebiet zwischen Marktbreite, Brunnenstieg und Bruno-Taut-Ring sowie in dem durch Abrisse ebenfalls freigelegten Wobau-Areal zwischen Marktbreite und Sankt-Josef-Straße Häuslebauer aktiv werden – ob nun direkt durch die Wobau als städtisches Unternehmen oder Investoren, die sich nach Volksstimme-Informationen für die Flächen interessieren.